Tillich nennt AfD-Mitglieder niederträchtig

Es ist 25 Jahre her, als Zehntausende in ganz Deutschland für mehr Demokratie und schließlich für die Deutsche Einheit auf die Straße gingen. Ihr Motto damals: „Wir sind das Volk.“ Der heutige Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, also des Landes, von dem die friedliche Revolution ausging, war damals Stellvertretender Vorsitzender, des von der SED dominierten Rates des Kreises in Kamenz. Dass Tillich sich aktiv am Widerstand beteiligte, ist nicht bekannt. Klar ist aber, dass er ohne die erzwungenen freien Wahlen heute nicht Ministerpräsident und seit gestern auch erneut Mitglied im Präsidium der Bundes-CDU wäre.

Nun demonstrieren erneut zehntausende Menschen auf Deutschlands Straßen, rufen: „Wir sind das Volk.“ Sie tun das, weil sie unzufrieden sind und nicht für voll genommen werden. Und sie werden, wie im Herbst 1989, von den Herrschenden beschimpft. Tillich stellte sich nun ganz vorn in die Reihe derer, die mit dem Finger zeigen. Aus parteipolitischem Kalkül geht er auf die AfD los, die die demokratischen Grundrechte auf Versammlungsfreiheit als einzige, in Parlamenten vertretene, Partei verteidigt. Genauso, wie die AfD Deutschlands einzige Partei ist, die es inhaltlich vermag, Flüchtlingspolitik von Einwanderungspolitik politisch sauber zu trennen. Tillich nennt AfD-Mitglieder nun „niederträchtig“. Angeblich versuchten, sie aus dem Schicksal der Flüchtlinge politisches Kapital zu schlagen.

Niederträchtig steht inhaltlich für bösartig, böse, gemein, hässlich, heimtückisch. „Mit dem gleichen Wortschatz verunglimpften SED und Stasi politisch Andersdenkende in der DDR. „Möglicherweise hat Herr Tillich sich diesen Wortschatz bewahrt. Bewahrt um ihn nun aus Furcht um die eigene Macht anzuwenden, in der Hoffnung, dass auch mitdemonstrierende Mitglieder seiner eigenen Partei vor ihm kuschen“, sagt AfD-Fraktionsvorsitzende Dr. Frauke Petry. AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer ergänzt: „Niederträchtig ist es, feige aus dem Büro der Staatskanzlei verbal über Bürger herzufallen, statt sich mit ihnen an einen Tisch zu setzen und ihnen zuzuhören.“

Beide AfD-Politiker sehen auch keinen ehrlichen Willen, wirklich mit Demonstranten zu sprechen. Wie bereits bei diversen Veranstaltungen im Freistaat beobachtet, geht es eher darum, den Bürgern die eigene Deutungshoheit zu vermitteln, anstatt gemeinsam mit dem Souverän politische Lösungen zu erarbeiten.

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