Stasi-Opfer der „Aktion Ungeziefer“ dürfen keine Opfer 2. Klasse bleiben!

Der Bundes- und Landtagsabgeordnete, Detlev Spangenberg, fordert sofortige Anerkennung und finanzielle Entschädigung von Opfern der vom MfS ab 1952 eingeleiteten „Aktion Ungeziefer“

Das Mitglied des sächsischen Petitionsausschusses Spangenberg erklärt dazu:

„Unter dem zynischen Decknamen ‚Aktion Ungeziefer‘ wurde eine vom MfS vorbereitete und von der Volkspolizei durchgeführte Zwangsumsiedlung durchgeführt. In deren Verlauf wurden zwischen Mai und Juni 1952 von der Staatsführung als ‚politisch unzuverlässig‘ eingeschätzte Bürger mit ihren Familien von der innerdeutschen Grenze in das Landesinnere verbracht. Grund dafür war die vom DDR-Ministerrat am 26. Mai 1952 beschlossene ‚Verordnung über Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der Deutschen Demokratischen Republik‘.

Diese Bürger wurden willkürlich aus ihrem Lebensumfeld gerissen und verloren Haus, Hof oder Wohnung. Die vertraute Umgebung war von einem Tag auf den anderen unerreichbar.

Während heute Opfer und Flüchtlinge aller Art teils mit Milliardenbeträgen unterstützt werden, gingen diese Vertriebenen leer aus. Die deutsche Regierung sieht sich nicht als Rechtsnachfolger der DDR. Das ist schon komisch. Beim DDR-Vermögen in Form von Betrieben und Flurstücken gab es keine ähnlich gelagerten Ausflüchte.

Ich plädiere dafür, einen finanziellen Fonds einzurichten und daraus diese Opfer politischer Verfolgung angemessen zu entschädigen. Artikel 17 des Einigungsvertrages sollte auch in diesem Falle Anwendung finden. Stasi-Vertriebene sind keine Vertriebenen 2. Klasse.“

Archiv

Diese Seite verwendet Cookies. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung