Stadionumbau in Aue: Fakten und Emotionen

Die AfD-Fraktion stimmte im Kreistag gegen die Pläne für einen Umbau des Sparkassen-Erzgebirgsstadions

Dazu erklärt Carsten Hütter, AfD-Landtagsabgeordneter aus dem Erzgebirgskreis und sächsischer Vize-Chef der "Alternative für Deutschland":

„Es gibt bei einer Entscheidung immer zwei Ebenen. Eine faktische und eine emotionale! Das ist auch bei der Abstimmung über den Umbau des Erzgebirgsstadions so gewesen. Ich, und dabei spreche ich für die AfD im Erzgebirge, hänge am FC Erzgebirge Aue, sehe die überragende Außenwirkung für unsere Region und wünsche ihm sportlichen Erfolg. Auch die Tatsache, dass der Umbau des Stadions aufgrund diverser DFB-Auflagen unabdingbar ist, erkennen wir als AfD an und haben uns auch immer für eine Modernisierung ausgesprochen.

Allerdings nur, wenn sie sich in einem vertretbaren Rahmen bewegt. Hier kommt der Sprung vom Emotionalen zum Faktischen. Fakt ist, dass das der Umbau inklusive der Südtribüne mit 19,86 Millionen Euro veranschlagt ist und alle Beteiligten wissen, dass dieser Betrag deutlich überschritten werden wird. Allein die Rückzahlung der Fördergelder, die für den Bau der Südtribüne geflossen sind, wird den 20-Millionen-Rahmen sprengen. Wenn ich mir öffentliche Bauprojekte der letzten Jahre ansehe, fürchte ich, dass wir möglicherweise weit über dieser Grenze liegen werden.

Aber es gibt noch weitere Fakten, die man nicht einfach ignorieren kann. Der FC Erzgebirge Aue bekommt für deutliche über 20 Millionen (Geld, das jeder Steuerzahler des Erzgebirgskreises abzweigen muss!!!) ein Stadion hingestellt. Dafür wurde eine Pacht von 250.000 Euro pro Jahr vereinbart, solange der FCE in der 3. Liga spielt. Ich wünsche dem Verein herzlich, dass er diese Klasse hält und noch mehr, dass ihm der Aufstieg in Liga 2 gelingt.

Aber es muss auch gestattet sein, das Szenario eines Abstieges in die 4. Liga an die Wand zu malen. Es ist ein eklatantes Versäumnis, dass dies in den Verträgen nicht behandelt wird.
Auch die Tatsache, dass der Landkreis die Pacht mit der Übernahme von 100.000 Euro Betriebskosten zum Teil mitbezahlt, ist ein Fakt, der nachdenklich machen muss. Wenn ich sehe, dass der FCE durch Unterverpachtungen an diverse Firmen (Catering etc...) rund 4000 Euro pro Monat einnimmt, zahlt der Verein für ein supermodernes, auf Kosten der Steuerzahler gebautes Stadion, eine monatliche Pacht von 8500 Euro. Ich kenne Geschäftsleute, die für ihre Geschäfte oder Gaststätten ähnliche hohe Summen aufbringen müssen.

Diese Fakten, und nicht etwa eine Aversion gegen den FC Erzgebirge Aue, waren für uns ausschlaggebend, einen Umbau des Stadions zwar zu beführworten, unsere Zustimmung zu den aktuellen Plänen aber zu verweigern! Es wäre ein Zeichen für Demokratie gewesen, ein echter Beitrag gegen die Politikverdrossenheit, wenn man sich bei der Entscheidung über eine derart große Investition, des Mittels des Bürgerentscheides bedient hätte.

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