Pflegekräfte-Notstand: Beruf attraktiver machen und Angehörigenpflege stärken

In ganz Deutschland und damit auch in Sachsen werden händeringend Pflegekräfte gesucht. Deshalb versuchen Bundes- und Landesregierung Fachkräfte aus Mittel- und Südamerika, dem Kosovo sowie Vietnam anzuwerben, berichtet die Morgenpost. Zudem sollen verstärkt Pflegekräfte unter Asylbewerbern rekrutiert werden. Gleichzeitig macht eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion deutlich, dass so gut wie keine Asylbewerber in der Kranken- und Altenpflege arbeiten. Von den deutschlandweit rund 220.000 Asylbewerbern der acht wichtigsten Herkunftsländer waren nur rund zwei Prozent in der Pflege tätig.

André Wendt, AfD-Abgeordneter und langjähriger Vorsitzender des Sozialausschusses, erklärt:

„Wenn hierzulande immer weniger Arbeitnehmer bereit sind in der Pflege zu arbeiten und nicht wenige den Pflegeberuf vorzeitig an den Nagel hängen oder ihre Arbeitszeit aufgrund der sehr hohen Belastung reduzieren, dann muss man die Ursachen ergründen. Deshalb müssen erst einmal die Arbeitsbedingungen verbessert und eine bessere Bezahlung durchgesetzt werden, bevor man ausländische Pflegefachkräfte, die in den jeweiligen Herkunftsländern oft selbst gebraucht werden, anwirbt. In Sachsen beispielsweise verdienen Fachkräfte immer noch bis zu 1000 Euro weniger als ihre Kollegen in den westdeutschen Bundesländern.

Zudem sind weitere Maßnahmen nötig, um den Druck aus dem Pflege-System zu nehmen. Dazu gehört der Wunsch vieler Angehöriger, ihre Familienmitglieder zu Hause selbst zu pflegen. Die AfD-Fraktion hat deshalb ein Landespflegefördergeld beantragt (6/14750), um die Angehörigenpflege finanziell deutlich besser zu unterstützen. Pflegebedürftige sollen, umgeben von ihren Angehörigen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben können.

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