LPG-Gründung vor 55 Jahren hat Mitschuld am heutigen Dorfsterben

Im April vor 55 Jahren galt die LPG-Umwandlung der vorher privaten ländlichen Wirtschaften in der DDR als abgeschlossen. Dazu erklärt der agrarpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Jörg Urban:

„Die ideologisch und mit Zwang durchgeführte LPG-Strukturumwandlung, bei der kleinere ländliche Betriebe zerstört und aufgelöst wurden, wirkt bis heute nach. Die meisten Bauernhöfe sind keine mehr, sondern wurden Wohngebäude ohne Landwirtschaft. Viele, gerade in ländlichen Gegenden, sind verlassen und verfallen. Durch riesige Ackerflächen wurde und wird bis heute intakte Natur zerstört. Familiär geprägte Bauernhöfe sind lediglich noch gesellschaftliche Randerscheinungen. Die Chance, nach der Wende die LPG-Strukturen zu zerschlagen und Wiedereinrichter zu fördern, wurde verpasst. Auch dadurch, dass Alteigentümer, die zwischen 1945 und 1949 enteignet wurden, keine Chance auf Rückgabe ihrer Höfe, Rittergüter, Wälder und Agrarflächen hatten.

LPG-Umwandlung bedeutete für viele Landwirte, die sich dagegen sträubten, körperlicher und verbaler Gewalt ausgesetzt zu sein. Viele Bauern flohen in den Westen oder sie brachten sich um. Das war ein brutaler Akt eines barbarischen, kommunistischen Regimes.“

Etwa 200 Bauern nahmen sich laut verschiedener Quellen wegen des LPG-Beitrittzwangs das Leben, 15 500 flohen in den Westen, die SED-Regierung führte etwa 8000 Schauprozesse gegen LPG-Verweigerer.

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