70 Jahre Bodenreform – Unrecht bis heute nicht aufgearbeitet

Am 3. September 1945, vor 70 Jahren, erließ die sowjetische Militäradministration in den von ihr besetzten, ostdeutschen Gebieten die Verordnung zur Durchführung der Bodenreform. Alle Ländereien ab einer Größe von 100 Hektar wurden komplett enteignet, die Grundbesitzer verfolgt, verschleppt, inhaftiert – oft in den von Sowjets weitergeführten KZ – oder hingerichtet. Adlige wurden allein wegen ihrer Herkunft selektiert und in Speziallagern interniert. Insgesamt wurden etwa 180 000 mitteldeutsche Bauern und Grundbesitzer inhaftiert. Etwa ein Drittel davon überlebte das nicht.

Dazu erklärt der agrarpolitische Sprecher der AfD, Fraktionsvorstandsmitglied Jörg Urban:

„Die so genannte Bodenreform ist eines der dunkelsten Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte. Unter dem Vorwand der Entnazifizierung sollten im östlichen Deutschland mit Terror und Gewalt Agrarstrukturen wie in der kommunistischen Sowjetunion geschaffen werden. Auch dort wurden die Kulaken als Großgrundbesitzer mit brutalsten Mitteln enteignet, vertrieben oder ermordet.

Bis heute ist das Kapitel Bodenreform in Deutschland rechtsstaatlich kaum aufgearbeitet. Alteigentümern wurde nach der Wiedervereinigung von der Regierung das Recht auf Rückgabe ihres Besitzes vorenthalten. Wer Äcker, Bauernhof, Rittergut oder Schloss seiner Familie wiederhaben wollte, durfte es bei der bundeseigenen Vermögensgesellschaft „BVVG“ teuer zurückkaufen. Ein Klagerecht auf Rückgabe wurde gesetzlich unterbunden. Diese Verfahren, welche auch heute noch praktiziert werden, grenzen an Hehlerei mit geraubtem Besitz.

Ich fordere daher, dass das in Eigentum der Bundesrepublik befindliche Bodenreform-Land und Gut den Alteigentümern, den es einst geraubt wurde, zurückübertragen wird.

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