Hebammen-Not: Staatsregierung muss Geburtshilfe besser unterstützen

Für Schwangere wird es immer schwieriger, in Sachsen eine Hebamme zu finden. Steigende Kosten und geringe Entlohnung zwingen viele freiberufliche Hebammen, ihren Beruf aufzugeben. Zudem hat sich die Zahl der Geburtskliniken in Sachsen seit 1990 von 80 auf 40 halbiert.

André Wendt, sozialpolitischer Sprecher, erklärt:

„Seit Jahren verschärft sich das Problem, ohne dass die Staatsregierung zielführend handelt. Geringe Entlohnung für Geburten und teure Versicherungen machen den Hebammenberuf immer unattraktiver. In Verbindung mit der massenhaften Schließung von Geburtskliniken ist das ein fatales Signal, besonders für den ländlichen Raum. Deshalb hat die AfD-Fraktion in einem Antrag gefordert, die wohnortnahe Geburtshilfe von Bad Muskau bis Markneukirchen abzusichern (Drs. 6/11423).

Um Hebammen und Geburtskliniken finanziell besser abzusichern, sollte der Freistaat einen Sicherstellungszuschlag von 300 Euro pro Geburt zahlen. Des Weiteren muss der tatsächlich geleistete Behandlungsaufwand bei einer Geburt besser über gestaffelte Abrechnungspauschalen abgerechnet werden. Die steigenden Haftpflichtprämien können nur eingedämmt werden, wenn das Schadensrisiko begrenzt wird. Hierzu sollte der Freistaat die Versicherungsprämien für eine Rückversicherung übernehmen, die bei teuren Haftpflichtfällen greift.

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