Die Tourismusbranche stärken und in der Coronakrise nicht hängen lassen: Das war von Anfang an die Forderung der AfD für jene Menschen, die in der Übernachtungs-, Reise- und Gastronomiebranche ihr Geld verdienen. Bekanntlich wurden in vielen dieser Unternehmen gut durchdachte Hygienemaßnahmen umgesetzt, die darauf abzielten, sowohl Gäste mit aller gebotenen Vorsicht empfangen als auch Umsätze generieren zu können.

Dazu kam es in den meisten Fällen allerdings nicht, denn der mitteldeutsche Tourismus wurde in den vergangenen zwölf Monaten durch Lockdown, einen Flickenteppich an Maßnahmen und oftmals widersprüchlichen Anordnungen der Altparteien regelrecht „in die Zange genommen“.

Dies führte zu folgenschweren Konsequenzen und somit zur größten Krise der Tourismusbranche in der Nachkriegszeit: der Coronakrise. Unzählige Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Restaurants blieben in den vergangenen Monaten aufgrund der Lockdown-Auszeiten leer – eine Katastrophe für die betroffenen Unternehmer und Touristiker! Ein Saisongeschäft nach dem anderen mussten sie abschreiben, die vielen Hoffnungsschimmer im Bezug auf das Empfangen von Gästen blieben eben nur das: ein Schimmer.

Der Unmut in der Branche ist groß. Nicht zuletzt deshalb, weil sehr viele Gastronomen, Hoteliers und auch Reiseveranstalter adäquate Hygieneschutzkonzepte umgesetzt haben und davon ausgingen, wieder einen halbwegs normalen Gästebetrieb aufnehmen zu können. Aber auch hier erfüllten sich die Hoffnungen nicht – die Pforten mussten geschlossen bleiben.

Coronakrise für mitteldeutsche Tourismusbranche verheerend!

Was für die potentiellen Gäste schon schwierig ist, die nach Lockdown, Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten endlich wieder verreisen oder einen Kurzurlaub machen wollen, ist für den Großteil derer, die im Tourismus (selbstständig) tätig sind, eine Katastrophe.

Insolvenzen, Entlassungen und Schließungen ziehen sich in einem verheerenden Ausmaß quer durch Mitteldeutschland. Dazu kommt, dass hinter all den Zahlen, die ich nachfolgend für Sie beleuchten will, unzählige Schicksale stehen. Vom Familienvater, dem mit der Schließung seiner Gaststätte das Einkommen wegbricht, über die Alleinerziehende, deren Minijob in der Gastronomie weg ist, bis hin zum Reisebusunternehmen in Familienhand, dessen Busse still stehen müssen. Die staatlichen Corona-Hilfen für diese Branche fließen zudem vielerorts längst nicht pünktlich und zuverlässig, weshalb es immer wieder Protestaktionen gibt.

Ich selbst nahm schon im vorigen Sommer an solchen Protestaktionen teil – so auch in Leipzig und Berlin.

Doch wie sehen aktuell die Zahlen im mitteldeutschen Tourismus aus, wie hoch sind die Schäden wirklich?

Zunächst ein Blick nach Sachsen:

Sächsische Touristiker verzeichnen herbe Verluste

Laut dem Portal sachsen.de machte die Tourismusbranche im Freistaat im Jahre 2020 40 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr.

Zitat:

„(…)Der Umsatz in der sächsischen Tourismusbranche wird in 2020 3,5 Milliarden Euro niedriger sein als 2019. Das entspreche einem Verlust von mehr als 40 Prozent, teilte der Landestourismusverband in Dresden mit. Im Vorjahr hatte der Branchenumsatz noch 8,1 Milliarden Euro betragen. Campingplatzbetreiber traf es am wenigsten. Die Prognose des Verbandes stützt sich auf die bereits vorliegenden Zahlen für Januar bis Oktober. In diesem Zeitraum gab es im Jahresvergleich demnach 35 Prozent weniger Gäste und 27,4 Prozent weniger Übernachtungen. Besonders hart traf es demnach Hotels und Gruppenunterkünfte wie Jugendherbergen. Campingplätze kamen dagegen mit einem Minus von 4,5 Prozent noch glimpflich davon (…)“

Großstädte und Regionen, die sonst als Touristenmagnete keinen Mangel an (Stamm)Gästen haben, sind die großen Verlierer 

Und weiter heißt es::

„(…) So lag das Übernachtungsminus im Lausitzer Seenland bis zum Herbst den Angaben zufolge nur bei knapp vier Prozent. Die Region profitierte nach Verbandsangaben von mehr inländischen Touristen, die vor allem Campen und Radfahren wollten. Die Sächsische Schweiz meldete gut acht Prozent weniger Urlaubsübernachtungen, das Erzgebirge 23 Prozent.

Richtig hart getroffen hat es dagegen die Städte mit ihrem großen Anteil an Geschäftstouristen: Ausgefallene Kongresse, Events, Messen und Tagungen trugen erheblich dazu bei, dass beispielsweise in Leipzig und Chemnitz die Übernachtungszahlen laut Tourismusverband um gut 38 Prozent einbrachen. Geradezu katastrophal sieht es nach Angaben des regionalen Verbandes im Vogtland aus: 60 bis 70 Prozent weniger Übernachtungen werden es im Gesamtjahr sein. 

Die Sommermonate und der Herbst brachten nur für einige Regionen bzw. bestimmte Beherbergungsbereiche Entspannung. Im Übernachtungsbereich mussten in Ostdeutschland von Januar-September 2020 die Ferienwohnungen (Minus 14,3 Prozent) und die Campingplätze (Minus 4,5 Prozent) geringere Verluste hinnehmen als die Hotellerie (Minus 40 Prozent) und Gruppenunterkünfte (Minus 58 Prozent) (…). Mit dem zweiten Shutdown kämpfen viele Tourismusbetriebe um die Existenz. Laut Umfragen geben aktuell 76 Prozent der Hotels und 62 Prozent der Gaststätten an, um ihr Überleben zu kämpfen. Deutschlandweit stieg der Anteil an Kurzarbeit bei Hotels auf 91 Prozent, in der Gastronomie auf 71,7 Prozent. Finanzielle Einbußen müssen dabei Mitarbeiter durch weniger Gehalt in der Kurzarbeit und Unternehmer durch immer höhere Verluste hinnehmen. Die Rücklagen sind bei vielen Betrieben aufgebraucht, Umsatzeinbrüche mussten mit Fremdkapital finanziert werden, damit droht zum Jahreswechsel einigen die Insolvenz. Bund und Bundesländer haben zwar eine Vielzahl von Hilfen beschlossen (u.a. Kurzarbeitergeld, Überbrückungshilfe, November- und Dezemberhilfen und Darlehen) diese konnten aber das Überleben nur sichern, wenn sie rechtzeitig angekommen sind (…).“

Auch in den benachbarten Bundesländern ist die Lage nicht besser

Ein Blick auf die Veröffentlichungen des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt offenbart folgendes:

„(…) Für 2020 meldeten die Beherbergungsbetriebe in Sachsen-Anhalt 5,97 Mill. Übernachtungen und 2,23 Mill. Gästeankünfte, wie aus den Ergebnissen der Monatserhebung im Tourismus hervorgeht. Damit wurde der seit 2014 stabil bestehende langjährige Wachstumstrend durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Beherbergungswesen unterbrochen. Die Übernachtungszahlen fielen seit 15 Jahren erstmals wieder unter die Marke von 6 Mill. Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes ging die Zahl der Übernachtungen damit im Vergleich zu 2019 um 2,67 Mill. bzw. 30,9 % zurück. Die Zahl der Gästeankünfte lag um 1,37 Mill. bzw. 38,0 % niedriger als im Vorjahr (…).“ 

Auch in Thüringen – einer Region, die nahezu zu jeder Jahreszeit gern besucht wird – hat die Coronakrise herbe Verluste im Tourismussektor hinterlassen.

Herbe Verluste auch im Thüringer Tourismus

Einer Pressemitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik, Grundsatzfragen und Presse ist in diesem Zusammenhang folgendes zu entnehmen:

„(…) Alle neun Thüringer Reisegebiete verzeichneten im Jahr 2020 einen spürbaren Rückgang der Gästeankünfte und der Übernachtungen. Die deutlichsten Verluste hatte dabei der Städtetourismus (Eisenach, Erfurt, Jena und Weimar) mit einem Rückgang der Gästeankünfte um 47,9 Prozent und der Übernachtungen um 46,7 Prozent zu verzeichnen. Die geringsten, aber dennoch sehr deutlichen Rückgänge waren 2020 im Reisegebiet Thüringer Rhön zu beobachten. Hier sank die Zahl der Gästeankünfte um 29,1 Prozent und die der Gästeübernachtungen um 24,8 Prozent. 

Differenziert nach Betriebsarten waren die höchsten Verluste im Jahr 2020 im Bereich der Jugendherbergen und Hütten zu verbuchen. Hier gingen die Gästeankünfte im Vergleich zum Vorjahr um 68,5 Prozent zurück und die Übernachtungszahlen sanken um 67,1 Prozent. Die geringsten Rückgänge waren im Bereich der Campingplätze festzustellen, aber auch diese erreichten mit einem Minus von 7,4 Prozent bei den Gästeankünften und 15,8 Prozent bei den Übernachtungen nicht annähernd das Niveau des Jahres 2019.

Im Monat Dezember 2020 verzeichneten die Thüringer Beherbergungsbetriebe einen deutlichen Rückgang der Gästeankünfte um 87,4 Prozent auf 35 Tausend und der Übernachtungen um 75,2 Prozent auf 173 Tausend (…).“

Soviel zu den Zahlen, hinter denen sich – wie bereits geschrieben – die verschiedensten Schicksale verbergen. Aktuell ist die Lage bekanntlich so, dass Bundeskanzlerin Merkel erneut einen Lockdown plant – einen sehr harten. In ihrer gewohnt selbstherrlichen Manier, die immer mehr Menschen hinterfragen, gedenkt sie offenbar auch in die Maßnahmen, die die einzelnen Ministerpräsidenten der Bundesländer für ihre jeweiligen Regionen planen, einzugreifen.

Das wäre ein weiterer Tiefpunkt in der aktuellen Krisenpolitik der Altparteien, die im Zusammenhang mit dem Virus von Anbeginn realitätsfern, chaotisch und ein Trauerspiel war bzw. ist. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass die Bundesregierung in einer Ausnahmesituation nicht adäquat agieren kann und lediglich um den Kontrollverlust herum mit einem fragwürdigen Flickenteppich an Maßnahmen reagiert. 

Das derzeitige Agieren der Bundesregierung wird harte Konsequenzen haben

Ein Armutszeugnis ohnegleichen, das wieder einmal auf dem Rücken der Bevölkerung und unzähligen Unternehmen – darunter vielen Firmen mit Tourismusbezug – ausgetragen wird.

Welche Konsequenzen ein neuerlicher „Hardcore-Lockdown“ hat, kann sich inzwischen wohl jeder – ganz gleich, ob wirtschaftlich betroffen oder nicht – ausmalen.

Diese „Von-Lockdown-zu-Lockdown“-Politik, die zusätzlich mit einem Impfchaos – das abermals durch das Versagen der Bundesregierung herbeigeführt wurde – einhergeht, muss schleunigst beendet werden! Ansonsten finden wir uns alle in einem Deutschland wieder, in dem der gesellschaftliche Zusammenhalt erodiert und die Wirtschaft am Boden liegt.

Die AfD appelliert deshalb an die Bundesregierung, neben den Inzidenzen, Testergebnissen und Erkrankungen auch jene Menschen im Blick zu haben, die gesund, mit einem robusten Immunsystem ausgestattet und keine Risikopatienten sind. Lebensqualität und Lebensfreude müssen – neben den adäquaten Maßnahmen für Erkrankte und Risikopatienten – wieder in den Fokus rücken.

Lebensqualität muss wieder ermöglicht werden!

Denn der Großteil der gesunden Bürger dieses Landes trägt mit seiner Leistung etwas für die Gesellschaft bei und hält mit seinen Steuerzahlungen zudem die Finanzen des deutschen Staates am Laufen.

Diesen Menschen wieder einen Weg in Richtung Normalität und Lebenslust zu ermöglichen, muss oberstes Ziel sein! 

Ihr

CHristoph Neumann

Quellen: sachsen.de, Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt, Thüringer Landesamt für Statistik, Grundsatzfragen und Presse

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