Selbstbewusst in die Zukunft: Unsere Heimat ist lebenswert und jeder soll es wissen

Zur Debatte um die Abwanderung junger Frauen aus Ostsachsen betont der Görlitzer Landtagsabgeordnete Sebastian Wippel (AfD):

„Fast jede zweite Frau zwischen 18 und 24 Jahren verlässt den Landkreis Görlitz, um an einem anderen Ort zu studieren, eine Lehre zu beginnen und sich ein Leben mehr oder weniger fern der eigenen Heimat aufzubauen. Das sind alarmierende Zahlen, da die meisten dieser Frauen nicht zurückkehren. Anstatt nun jedoch ein Klagelied anzustimmen, sollten wir selbstbewusst und stolz hervorheben, was unsere Region stark macht.

Denn für die Abwanderung gibt es einen psychologischen Hauptgrund, der uns nachdenklich stimmen sollte. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Görlitz betont völlig zu Recht, dass den jungen Frauen in den letzten 15 Jahren regelrecht eingeredet wurde, sie hätten in ihrer Heimat keine Chance, sich eine lebenswerte Zukunft aufzubauen. Das stimmt und wenn wir nun damit anfangen, uns selbstkritisch zu fragen, warum unsere Region hinterherhinkt, dann wird alles nur noch schlimmer. Dann schaffen wir ein Klima des Selbstmitleides und Versagens, das den Pessimismus der jungen Leute weiter verstärkt.
Dabei muss sich unsere Region überhaupt nicht verstecken. Es gibt viele Gründe, warum junge Menschen langfristig gerade hier besonders gute Entwicklungschancen haben. Unsere Aufgabe ist es nun, dies auch mit Enthusiasmus zu vermitteln und mit diesem Optimismus jeden Nachbarn, Bekannten und alle Familienmitglieder anzustecken. Dies muss so weit gehen, dass am Ende der Mann der jungen Frau, die zum Studieren nach Dresden, Leipzig, Jena, Erlangen oder Berlin gezogen ist, sagt, auch er will zurück in die Oberlausitz, weil sich dort Chancen auftun, die es weder im Westen noch in den sächsischen Großstädten gibt.

Um diese Überzeugungsarbeit leisten zu können, müssen wir wissen, was das Leben lebenswert macht und welche Rolle dabei unser eigener, angestrebter Wohlstand spielen soll. Wohlstand ist viel mehr als materieller Besitz. Ihn können wir nur erreichen, wenn darunter unser Wohlergehen nicht leidet. Intakte soziale Beziehungen und gesellschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten gehören deshalb genauso zu den Grundvoraussetzungen des Wohlstandes wie eine ausreichende finanzielle Basis.

Was nützt ein überdurchschnittliches Gehalt, wenn man einsam in einer Großstadt hockt? Wer will sein Leben schon ausschließlich nach dem Arbeitgeber ausrichten – gerade wenn durch völlig übertriebene Mieten am Ende doch kein Geld mehr zum Leben übrig bleibt? Und wer will schon jedes Wochenende mit den Kindern auf der Autobahn verbringen, damit diese Oma und Opa einmal wiedersehen können?
Die Region um Görlitz kann insbesondere bei den „weichen“ Faktoren der Lebensqualität punkten: mit Nähe, familiärer Unterstützung, einem guten Freizeit- und Erholungsangebot, bezahlbarem Wohnraum, guter Kita-Betreuung sowie kultureller und landschaftlicher Schönheit, die nicht nur als Kindheitserinnerung bleiben soll. Im Gegensatz zu manch anderen Regionen in Deutschland freut sich hier zudem jeder über engagierte junge Leute, die ihre Heimat selbst gestalten wollen und ihre Zukunft in die eigene Hand nehmen.

Und übrigens: Ein Haus zu kaufen, kann man sich in unserer Region tatsächlich noch leisten. Wer sich nun die Frage stellt, wo das Geld dafür und ein guter Arbeitsplatz herkommen soll, den können wir ebenfalls beruhigen. Seit 1990 gab es noch nie so viele freie Stellen in der Oberlausitz wie jetzt. Wer allerdings immer noch pessimistisch ist und die geringeren Löhne beklagt, den sollten wir auffordern, mal etwas genauer hinzuschauen: Die langfristige wirtschaftliche Entwicklung ist positiv. Der Mindestlohn sorgt dafür, dass jeder einigermaßen gut von seiner Arbeit leben kann und nun kommen noch die Bezahlbarkeit des Wohnraums, Nähe und Familienfreundlichkeit dazu. Genug gute Argumente also, um unsere jungen Frauen in der Region zu halten!“

PS: Selbstverständlich haben Politiker, die Verwaltung, Unternehmen, Vereine und wichtige Persönlichkeiten trotzdem noch genug zu tun, um die Attraktivität unserer Region weiter zu stärken! Schluss muss jedoch definitiv damit sein, immer alles schlechtzureden.

gez. Sebastian Wippel

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