Schweden vs. Ungarn: Wenn Zahlen für sich sprechen

Schweden vs. Ungarn: Wenn Zahlen für sich sprechen

Trotz Fasten- und Osternzeit steht für die öffentliche Aufmerksamkeit die aktuelle Pandemie im Mittelpunkt. Im Musterland des real existierenden Linksliberalismus, also in Schweden, glaubte man auch „Corona“ mit ideologischer Rezeptlösung begegnen zu müssen. Eher Appelle und Informationen der sozialdemokratisch-grünen Minderheitsregierung und weniger Verbote sollten die Bevölkerung für die Gefahr sensibilisieren. Während die – von der Bevölkerung her – halb so großen Nachbarn Finnland und Dänemark schon früher rigorose Maßnahmen ergriffen und damit die Anzahl der Infizierten auf jeweils um die 1.700 begrenzt hatten, erkrankten inzwischen über 7.200 Schweden an Corona. Versagt die Ideologie, müssen Taten her, dürfte sich der sozialdemokratische Regierungschef Stefan Löfven gedacht haben und plädierte für mehr Vollmachten durch Einschränkung des Parlaments. Dies aber wurde ihm vom schwedischen Reichstag verwehrt.

Ein von der Bevölkerungszahl her vergleichbares Land, nämlich Ungarn setzte von Anfang an auf strikte Maßnahmen und rief vor wenigen Tagen sogar den Notstand aus. Im Gegensatz zu Schweden beträgt die Zahl der Erkrankten dort heute „nur“ 744. Das ist deutlich weniger als in den Ländern der Region – mit Ausnahme der Slowakei – und ein Zehntel vom Wert in Schweden. Und während in Schweden bislang – progressives Krisenmanagement hin oder her – 477 Menschen verstarben, waren es Ungarn nur 38. Nicht einmal ein Zehntel.

Eine Gemeinsamkeit lässt sich dennoch konstatieren: Löfvens wie Orbáns Popularität steigt enorm an. Doch während für das politische Brüssel Schweden noch immer das gelobte Land bleibt, sieht man in Ungarn schon das Ende der Demokratie nahen. Die alten Römer pflegten von ihren Entscheidungsträgern praktische Politik „ad captum“ einzufordern – also dem Verstand gemäß.

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