Nachruf Kurt Masur

SR Jörg Kühne

Nachruf unseres kulturpolitischen Sprechers Jörg Kühne bezüglich des Todes von Kurt Masur

Ein großer Dirigent und Ehrenbürger Leipzigs ist von uns gegangen Kurt Masur ist 88-jährig gestorben. Als ein weltweit anerkannter Musiker, Cosmopolit und großartiger Mensch sowie seinem mutigen Umgang mit dem DDR-Regime schrieb er deutsche Geschichte.

Bereits als Kind hatte der gebürtige Schlesier die Musik für sich entdeckt. Nach einer Ausbildung an der Musikhochschule Leipzig wurde er nach Stationen in Halle, Leipzig und Dresden 1960 unter Walter Felsenstein Erster Kapellmeister an der Komischen Oper in Berlin. Von 1970 bis 1997 wirkte er als Kapellmeister am Gewandhaus, dass er somit auch durch turbulente Wendejahre führte. International bekannt wurde Masur vor allem durch Aufführungen mit dem Gewandhausorchester der Sinfonien Beethovens, Schumanns und Bruckners, dass er mit über 900 Tourneekonzerten zu Weltruhm führte.

Leipzig verdankt ihm den Neubau des neuen (dritten) Gewandhauses für das Orchester (Eröffnung 1981), dass seit der Zerstörung im Krieg 1943 ohne eigene Spielstätte war und zeitweise nach dem 2. Weltkrieg in der Kongresshalle am Zoo spielte. Obwohl er später auch als Chefdirigent des New York Philharmonic Orchestra (1991-2002) vom amerikanischen Publikum verehrt wurde und danach als Chef des London Philharmonic Orchestra und des Orchestre National de France hoch geschätzt, wollte er selbst nie als Star bezeichnet werden und blieb Leipzig als Ehrendirigent verbunden.
Als bedeutender Künstler hat sich Masur nicht nur am Pult renommierter Orchester Anerkennung und Respekt verschafft. Sein Name wird immer auch mit der deutschen Wiedervereinigung verbunden bleiben. Einen Monat vor dem Mauerfall konnte der Dirigent durch sein couragiertes Einschreiten verhindern, dass die Armee in Leipzig die Gegner des DDR-Regimes angriff.
Er verfasste am 9. Oktober 1989 mit sechs weiteren prominenten Leipzigern den Aufruf "Keine Gewalt", der starken Einfluss auf den friedlichen Charakter und wohl auch Ausgang der Montagsdemonstrationen hatte. Im Dezember 1989 wurde Masur erster Ehrenbürger der Stadt.

Bis ins hohe Alter genoss er es, überall in der Welt Zuhörer zu finden, die durch die gemeinsame Leidenschaft für Musik mit ihm und untereinander verbunden waren. Und Leipzig verliert nun einen großartigen Humanisten, Botschafter der Musik.

Die Leipziger AfD- Stadtratsfraktion verneigt sich dankbar vor dem großen Leipziger Weltbürger Kurt Masur.

Mit freundlichen Grüßen
Jörg Kühne
Stadtrat und kulturpolitischer Sprecher der AfD-Stadtratsfraktion Leipzig

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