“ Wir konnten die AfD nicht ignorieren“ - DNN vom 4./5. 11.2017

 

Der meinungsbildende Journalismus ist gefangen in der eignen ideologischen Falle. Nun entschuldigt sich die Fernsehmoderatorin Maybrit Illner eilfertig dafür, daß sie einer Partei, der AfD, die immerhin bei der Bundestagswahl fast 13 Prozent der Wähler für sich gewinnen konnte, in einigen Bundesländern sogar zweite oder gar stärkste Kraft geworden ist, an Diskussionen beteiligt zu haben. Womöglich aus Angst vor der Schelte der offiziellen Politik betont sie hastig, daß nur 3 Prozent der von ihr eingeladenen Gäste von der AfD waren – elf von 400, wie sie sagt. Da kann sie stolz auf sich sein, die Frau Illner.

Offenbar unfreiwillig und womöglich unbewußt offenbart sich hier ein fragwürdiges Demokratieverständnis. In der selben Erklärung gibt Illner offen zu, „zwischen 'ignorieren' und 'hofieren' liegen ein paar journalistische Möglichkeiten“. Was anderes bedeuten diese Worte, als daß es ihre Absicht – und die ihres Senders, des ZDF – ist, die AfD möglichst in der Darstellung zu unter-repräsentieren?

Nur 3 % Medienpräsentation - da kann ihr die Meinungsinquisition aus Politik und Medienlandschaft nun wirklich keinen Strick daraus drehen. Bleibt nur die Frage, wenn sich die AfD so wenig präsentieren konnte, woher kommt trotzdem dieses verhältnismäßig gute Wahlergebnis? Vielleicht liegt es ja doch an den aktuellen, brennenden politischen Themen dieser ungeliebten Partei, Themen, die von Seiten der etablierten Politik totgeschwiegen oder schöngeredet werden. Man stelle sich vor, Frau Illner hätte der AfD paritätisch den gleichen Diskussionsraum eingeräumt, wie den anderen politischen Akteuren? Es wäre nicht auszudenken!

 

Detlev Spangenberg (MdB)

 

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