Wenn die AfD „Nazi-Rhetorik“ nutzt, nutzt sie die CSU erst recht!

Wenn die AfD „Nazi-Rhetorik“ nutzt, nutzt sie die CSU erst recht!

Die AfD Sachsen weist Vorwürfe des „Handelsblatts“ zurück, wonach AfD‐Funktionäre wie Frauke
Petry, Alexander Gauland und vor allem Björn Höcke einer „auffälligen Nazi‐Rhetorik“ bezichtigt
werden. „Gerade den Höcke‐Satz ‚Das Boot ist voll‘ als Beispiel für ‚an die NSDAP‐Sprache angelehnt‘
zu bezeichnen ist eine Unverfrorenheit. Diese Metapher, die schon im September 1991 auf einer
Titelseite des SPIEGEL visualisiert wurde, hat laut ‚Tagesspiegel‘ und anderer Medien in der
Fraktionssitzung am 22.9.2015 Fraktionsvize und Ex‐Innenminister Hans‐Peter Friedrich (CSU)
verwendet“, erklärt Landesvize Thomas Hartung. „Wenn zwei das gleiche sagen, ist es heute aber
noch lange nicht dasselbe. Dagegen sollte der zitierte Vorsitzende der Gesellschaft für deutsche
Sprache, Peter Schlobinski, argumentieren, nicht jedoch gegen ideologisch vereinseitigte
Sprachbilder“, so der Germanist.


Immer wieder genutzte pseudomoralische Diskursmuster


Hartung verweist darauf, dass es sich um immer wieder genutzte Diskursmuster handele, Inhalte mit
dem Verweis auf gefühlte Moralität abzubürsten. Das bekam bereits Bernd Lucke zu spüren, als er
den Begriff „Entartung“ von Max Nordau (1892) nutzte: das hatten davor bspw. bereits Franz Joseph
Strauß (Süddeutsche Zeitung, 15.07.1983), Hans Zehetmair (SPIEGEL, 16.03.1987). Helmut Schmidt
(Frankfurter Rundschau, 12.09.1992) und am 15. Juni 2011 Wolfgang Schäuble getan, ohne dass es
einem Journalisten ein‐ geschweige denn auffiel.
Zum Vergleich: als Katrin Müller‐Hohenstein im Juni 2010 in der Halbzeitpause des WM‐Spiels
Australien gegen Deutschland im Zusammenhang mit Kloses Tor von einem „inneren
Reichsparteitag“ für den zuletzt häufig gescholtenen Torschützen sprach, beeilte sich
Vorzeigeblogger Stefan Niggemeier, dieses Statement zu liefern: „Für mich ist das eine alltägliche
Redewendung, um einen besonderen Triumph zu beschreiben, ein Gefühl von Schadenfreude oder
die Genugtuung, es allen gezeigt zu haben“. Hartung: „Ich will mir nicht vorstellen, was geschehen
wäre, wenn ein AfD‐Mitglied an den vergangenen Wahlabenden von einem ‚inneren Reichsparteitag‘
schwadroniert hätte. Harald Schmidt war es 1992 übrigens noch ohne Empörung möglich, die
Stimmung bei ‚Verstehen Sie Spaß?‘ mit der Atmosphäre im ‚Reichssportpalast‘ zu vergleichen. Die
AfD wird nicht zulassen, bestimmte sprachliche Mittel per se auszugrenzen, sondern sie wieder in
den Diskurs zurückzuholen.“


Für Rückfragen:
Dr. Thomas Hartung
stellv. Landesvorsitzender AfD Sachsen/Kommunikation
0163/4013084
thomas.hartung@afdsachsen.de

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