Junge Union übernimmt Forderung nach mehr deutscher Musik von AfD-Fraktion

Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sollten mehr deutsche Musiktitel gespielt werden. So steht es seit etwa einem Jahr klar und deutlich im Landtagswahlprogramm der sächsischen AfD, das die Fraktion nun politisch im Landtag zu erstreiten sucht. Nun las offenbar auch ein Mitglied der Jungen Union, der CDU-Nachwuchsorganisation in Mecklenburg-Vorpommern diese Forderung und setzte sofort auf dieses AfD-Thema. Mehrere Medien berichteten, dass JU-Chef Franz-Robert Liskow (27) eine Mindestquote von 35 Prozent für deutschen Schlager fordert. Laut BILD-Zeitung sagte der Nachwuchspolitiker: Durch Helene Fischer hat der Schlager ein frisches Image bekommen. Der NDR glaubt noch immer, junge Leute wollen nur internationale Popmusik hören.

Die sollen mal in Helenes Konzerte gehen. Sachsens parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag, Uwe Wurlitzer, erklärt zu dieser Forderung: "Es ist verständlich und nachvollziehbar, dass JU-Politiker Liskow Gefallen an Helene Fischer gefunden zu haben scheint. Nicht nachvollziehbar ist allerdings, wie dreist Liskow und seine JU Themen der AfD kopieren, um sie hernach als eigene öffentlich zu Markte zu tragen." Mehr deutsche Musik in deutschen Sendern steht aber nicht nur im Wahlprogramm der AfD. Auch AfD-Fraktionschefin, Dr. Frauke Petry, hatte im Landtag mehrfach betont, dass es Pflicht des "gebührenfinanzierten Rundfunks" sei, eine Grundversorgung für alle Zielgruppen abzudecken. Laut Petry ist es obendrein nicht Aufgabe der Sender, "Abspielkanal für Musik zu sein, deren Texte die wenigsten Hörer verstehen."
Laut BILD will die JU demnächst zu diesem Thema eine Demonstration veranstalten, auf der für mehr Schlager im Radio gestritten werden soll. Dazu erklärt Uwe Wurlitzer: "Der bessere Weg wäre es, zuerst einmal bei der eigenen Mutterpartei CDU zu intervenieren, dass deutsche Musik aus der Subalternität des CDU-Themenspektrums befreit wird. Ich lade die JU aber auch gerne ein, gemeinsam mit der AfD politisch für dieses Ziel zu kämpfen. Das würde die Chancen auf erfolgreiche Umsetzung enorm erhöhen!"

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